Giovanni Battista Piranesi (1720 Mogliano Veneto – Rom 1778)

Einleitung
Die große Faszination, die das Werk des genialen Kupferstechers, Archäologen und Architekten G.B. Piranesi auf Kunstliebhaber und Sammler in Europa und der Welt ausübt, hat seit der Schaffung seiner ersten Veduten vor etwa 250 Jahren nicht nachgelassen.
Die Größe antiker und barocker römischer Baukunst wird einmalig interpretiert und festgehalten in den großformatigen Kupferstichradierungen der 'Vedute di Roma', an deren Herstellung von insgesamt 135 Tafeln er 30 Jahre lang arbeitete. Sie machen einen zwar zentralen, aber fast nur bescheidenen Anteil an seinem Gesamtwerk aus, das an die eintausend Einzelwerke zählt.
Leidenschaftlich und mit dem ihm eigenen, oft überschäumenden Temperament und Tatendrang setzt er sich für die Verwirklichung seiner Ideen ein: Für das Recht des Künstlers auf schöpferische Eigenständigkeit und für die kulturelle Sendung Roms. Letztere begründet aus dem Glauben an einen autochthonen Charakter der italienischen Kultur, von den Etruskern aus der Taufe gehoben und von den Römern vervollkommnet.
Aus dieser Idee erwächst eine grundlegende Veränderung der Einstellung vom Wesen und der möglichen Nutzbarmachung der Vergangenheit, ein phantasievoller Gebrauch antiker Formenelemente. Und in der Folge steht eine entscheidende Umwandlung der europäischen Auffassung der Antike: Je mehr man die Komplexität und den kulturellen Reichtum vergangener Epochen begreift, desto mehr wächst das Bewußtsein für den Eigenwert der Gegenwart und die Bereitschaft, die für diese notwendigen und angemessenen Ausdrucksformen zu finden.

Venedig: Die ersten 20 Jahre, 1720 - 1740
G.B. Piranesi wird am 4. Oktober 1720 in Mogliano bei Mestre als Sohn eines Steinmetz geboren. Seine Ausbildung macht er am 'Magistrato delle Acque' in Venedig, zuerst unter dessen leitendem Architekten Matteo Lucchesi, einem Bruder seiner Mutter. Nach einem Streit mit seinem Onkel setzt er seine Lehre bei Giovanni Scalfarotto fort, der für seine Ingenieurleistungen ebenso bekannt war wie für sein Talent bei der Restaurierung historischer Gebäude.
Zum Unterricht gehörten auch antiquarische Studien, deren Bedeutung für die Ausbildung zum Architekten hoch eingeschätzt wurde. Es folgte eine weitere Ausbildung, die zum Bühnenbildner, die ihn mit der Kunst der Illusion und mit dem Gebrauch der Perspektive vertraut macht. Die experimentellen Möglichkeiten der Bühnendekoration wurden damals gerade von Architekten gerne verwendet, um neue Ideen zu erproben.
Die Grundlagen für die Beschäftigung mit der Antike werden ihm von seinem Bruder Angelo, einem Kartäusermönch, beigebracht. Von ihm erlernt er die lateinische Sprache und römische Geschichte. Tommaso  Temanza, ein Neffe seines Lehrmeisters Scalfarotto, beschäftigte sich intensiv mit den Ruinen der Antike und er dürfte auf den jungen Piranesi einen gewissen Einfluß gehabt haben.
Venedig war eines der Zentren der europäischen Druckgraphik. Die Kunstform der 'veduta' wurde durch Antonio Canaletto zur Vollendung gebracht und hier entstand auch, aus der Kombination der topographischen Vedute mit der immaginären Welt der Barockbühne, die Architekturphantasie des 'capricco'.


Rom: Der erste Aufenthalt, 1740-44
Seinen ersten Aufenthalt in Rom, 1740-44, erlebt Piranesi als Zeichner im Gefolge von Marco Foscarini, Historiograph der Republik Venedig und Botschafter am Heiligen Stuhl.
Rom war zu dieser Zeit gerade im Begriff, bevorzugtes Ziel europäischer Bildungsreisender zu werden und sich zum Mittelpunkt des europäischen Kultur- und Geisteslebens zu entwickeln.
Piranesi nimmt Quartier im Palazzo Venezia und beginnt sogleich mit dem Studium der römischen Baukunst. Unterstützung erhält er dabei besonders durch Nicola Giobbe, einem Bauunternehmer aus Venedig, der ihm seine Bücher und Stiche zur Verfügung stellt und über den er die führenden Architekten Roms kennenlernt.
In Rom waren jedoch zur Zeit seiner Ankunft die Zukunftsaussichten eines angehenden Architekten sehr schlecht, wesentlich schlechter als für Künstler auf dem Gebiet der Malerei und Skulptur (Wilton-Ely, S. 10). Denn die Stadt hatte soeben eine Periode bedeutender architektonischer Unternehmungen abgeschlossen. Das unmittelbare Erleben antiker römischer Baukunst fasziniert Piranesi allerdings viel mehr als die Theorie und Praxis der Architektur.
Ein Jahr nach seiner Ankunft in Rom tritt er in die Werkstatt von Giuseppe Vasi ein, dem damals bedeutendsten römischen Vedutenstecher. Hier erlernt er die technischen Grundlagen der Radierung und der Stecherkunst und das Verfahren zur Übertragung topographischer Ansichten auf die Kupferplatte. Piranesi überwirft sich aber schon bald mit seinem Lehrer und verläßt die Werkstatt wieder.
Zusammen mit Stipendiaten der Französischen Akademie in Rom beginnt er, an einer umfangreichen Folge kleiner Ansichten von Rom zu arbeiten. Die Serie erschient komplett 1745 als 'Varie Vedute di Roma Antica e Moderna'. Einzelne Blätter werden schon vorher veröffentlicht. Seine erste eigene Veröffentlichung, eine Folge imaginärer Architekturen, erscheint 1743 unter dem Titel 'Prima Parte di Architetture e Prospettive', gewidmet seinem Förderer N. Giobbe.

Venedig: Eine kurze Rückkehr, 1744/45
1744 verläßt Piranesi aus Geldmangel Rom und kehrt - mit einem kurzen Abstecher nach Neapel, um die soeben eröffneten Ausgrabungen von Herkulaneum und Pompeji zu besuchen - nach Venedig zurück.
In Venedig angekommen, sucht er sogleich Anschluß an eine Werkstatt, um seine Fertigkeiten im Ätzen und im Gebrauch der Radiernadel weiter zu vervollständigen, wohl bei G.B. Tiepolo, dem zu dieser Zeit führenden Künstler Venedigs. Der kurze Aufenthalt in Venedig und Tiepolos Radierungen beeinflussen stilistisch und thematisch Piranesis graphisches Werk entscheidend.
Von nun an entwickelt er einen eigenen, großzügig- temperamentvollen und schöpferischen Zeichenstil. Eine neu erworbene Freiheit zeichnet sich ab, eine auffallende Wandlung, in der er die Mehrzahl seiner früheren Ansichten überwand (Wilton-Ely, S. 16).
Diese neu erworbenen Fähigkeiten werden erstmals umgesetzt in seiner berühmten Folge von Kupferstichradierungen der 'Carceri', die in den ersten Jahren seines nun folgenden Romaufenthaltes entstehen, womöglich schon während seines kurzen Abstechers in Venedig konzipiert und begonnen wurden.

Rom: Der Weg zur Selbstständigkeit, 1745-61
Schon 1745 kehrt Piranesi wieder nach Rom zurück, diesmal als Agent und Verkäufer des Kupferstechers und Verlegers Giuseppe Wagner.
Piranesi richtet sich in der Via del Corso, gegenüber dem Palazzo Moncini - Sitz der Französischen Akademie in Rom - eine Werkstatt ein.
1748 erscheinen seine 'Archi Trionfali' in der ersten Auflage unter dem Titel 'Antichità Romane de' Tempi della Repubblica e de' Primi Imperatori', 1765 neu aufgelegt als 'Alcune Vedute di Archi Trionfali'. Die 30 Ansichten römischer Bauten in Italien und Rom entstehen nach Studien während seiner Reisen in Italien 1743-45, die ihn u.a. durch Pola, Verona, Rimini und Ancona führten.
Gewidmet ist dieses Werk Mons. Giovanni Bottari, einem wichtigen Förderer Piranesis, schon während seines ersten Aufenthalts in Rom. Bottari war Bibliothekar des Vatikan und hatte großen Einfluß auf die Einstellung Piranesis zum Altertum. Als leidenschaftlicher Kritiker spätbarocker Ausdrucksformen war Bottari einer der Wegbereiter für eine klassizistische Reform.
Der rasche Reifeprozeß, den Piranesi in diesen Jahren durchläuft und der besonders in seinen Veduten zum Ausdruck kommt, eröffnet ihm die Möglichkeit, nach neuen Ausdrucksformen zu greifen. Obwohl er schon in den kleinen Veduten die ganze Größe antiker Formen meisterlich zu vermitteln verstand, sucht er nach besseren Mitteln, sein Gestaltungsvermögen voll zur Geltung zu bringen. So wählt er nun ein deutlich größeres Format für die nächste Generation seiner Veduten, eine Folge für die er in den kommenden 30 Jahren 135 Kupferstichradierungen schaffen wird: seine 'Vedute di Roma'.
Giovanni Jean Bouchard verlegt die ersten 34 Blätter dieser Serie 1751 unter dem Titel 'Le Magnificenze di Roma'.
Mit dem Reifeprozeß seines Schaffens gewinnt auch sein privates Leben neue Formen. Seine oft sehr überschäumenden und temperamentvollen, ja geradezu exzentrischen Gewohnheiten, gepaart mit einem eher einsiedlerischen Leben, gibt er auf.
1752 heiratete er Angela Pasquini, seine Tochter Laura wird 1755, sein ältester Sohn Francesco 1758/59 geboren.

Archäologische Studien
In der Zeit von 1751-56 widmet sich Piranesi intensiv seinen archäologischen Studien. Konfrontiert mit der offensichtlichen Zerstörung und dem Verfall antiker Gebäude wächst in ihm der Entschluß, den antiken Denkmälern Roms ein eigenes Werk zu widmen. In dem Vorwort zu seinen 'Antichità Romane' schreibt er:
"Als ich sah, wie die Reste der antiken Bauwerke Roms, die großenteils in Gärten und Feldern verstreut liegen, täglich abnehmen - durch die Witterung zerstört, teils aber auch durch die Habgier der Besitzer, die sie mit barbarischer Unverfrorenheit heimlich ausgraben, um die Fragmente als Baumaterial zu verkaufen - da nahm ich mir vor, sie im Druck festzuhalten...".
Die Veröffentlichung der 'Antichità Romane' 1756 begründet den internationalen Ruf Piranesis als Archäologen. Am 24. Februar 1757 wird er in die Londoner 'Society of Antiquaries' aufgenommen.

Vedute di Roma
Jetzt beschäftigt er sich wieder mehr mit der Herstellung weiterer Blätter für seine 'Vedute di Roma', die 1756 bis 1761 im Verlag Bouchard & Gravier erscheinen.
Bis 1761 werden 59 Tafeln für diese Serie angefertigt: Begonnen mit einer Folge berühmter Kirchen in Rom (Hind 3-13), folgen eindrucksvolle Plätze, Brunnen (Hind 14-21) und einige Palazzi (Hind 22-26), dann erscheinen immer mehr die eigentlichen antiken Denkmäler römischer Baukunst wie die Engelsburg, Ponte Salario (Hind 29-31), das Theater des Marcellus, die Cestius Pyramide (Hind 33, 35, 36), das Kapitol (Hind 38-39) und das Forum Romanum (Hind 40-41), gefolgt von einer Reihe antiker Tempel (Hind 44-50), Säulen (Hind 51-53) und Bögen (Hind 54, 55) sowie zwei Ansichten des Kolosseums (Hind 56-57).

Rom: Höhepunkte, 1761-69
Piranesi stand am Gipfel seines Ruhms, er wird Mitglied der römischen Akademie S. Lucia und seine geschäftlichen Erfolge, durch Aufträge des 1758 neu gewählten Papstes Clemens XIII - einem Venezianer und großen Verehrer und Förderer Piranesis - gut unterstützt, ermöglichen es ihm ab 1761, seine Werke im eigenen Verlag herauszugeben.
Piranesi verläßt den ihm so lange vertrauten Zirkel der Französischen Akademie in der Via del Corso und wendet sich einem größeren Kreis von Künstlern und Personen des öffentlichen Lebens zu.

Palazzo Tomati, der eigene Verlag
1761 zieht er mit Werkstatt und Familie in eine neue Wohnung in der Via Sistina, in den Palazzo Tomati, unter dessen Namen sein neu gegründeter Verlag fortan firmiert.
Noch im selben Jahr gibt er eine reich überarbeitete, zweite Fassung der 'Carceri' heraus und erstmals einen detaillierten, vollständigen Katalog seiner bis jetzt veröffentlichten Werke. In ihm sind auch die ersten 59 Ansichten der 'Vedute di Roma' enthalten.
In seinem eigenen Verlag legt Piranesi besonderen Wert auf eine hohe Qualität des Papiers und des Drucks. Ein Sorgfalts- und Qualitätsgefühl, das sich auch auf seinen Sohn Francesco überträgt, der die spätere Ausgabe des Gesamtwerks seines Vaters übernehmen wird.
Eine der ersten Platten, die die neue Adresse 'presso l'autore nel Palazzo Tomati' trägt, ist seine meisterliche Darstellung des Pantheon (Hind 60). Sie wird auch als erstes Blatt im 'Catalogo' nachgetragen.
Piranesi studiert weiter die antike römische und etruskische Baukunst, das römische Wasserversorungssystem, die Wasserstands-regulierung des Albaner Sees, er unternimmt Ausflüge in die weitere Campagna.
Die Ergebnisse dieser Studien veröffentlicht er u.a in seinen Werken wie der 'Della Magnificenza ed Architettura de' Romani' und der 'Campus Martius' (1761/62). Im Auftrag des Papstes werden die 'Antichità d'Albano e di Castel Gandolfo' unternommen und 1764 herausgegeben. 1765 erscheint die Neuauflage der 'Archi Trionfali'.

Vedute di Roma
In die sechziger Jahre fällt auch die intensive Beschäftigung mit den Ruinen der Villa Hadriana, die mit zehn großformatigen Ansichten ab 1768 in die 'Vedute di Roma' aufgenommen wird (Hind 85, 90, 90-94, 112-113, 131-134). Die Ergebnisse häufiger Reisen nach Tivoli, seit 1761, finden sich wieder in elf Blätter der 'Vedute di Roma', u.a. vom Tempel der Sibylle (Hind 61-63), den Wasserfällen bei Tivoli (Hind 75, 92) und von der Villa des Maecenas (Hind 65, 73, 84).

Architekt und Sammler
1765 bekommt Piranesi zwei Aufträge als Architekt: Er zeichnet verantwortlich für den Abschluß des Umbaus des Schiffs der Lateranbasilika und wird mit der Neugestaltung des Priorato di Malta mit der Kirche S. Maria del Priorato auf dem Aventin beauftragt.
Als Sammler antiker Kleinkunst legt er sich nicht nur eine umfangreiche Sammlung zu, sondern richtet auch eine eigene Werkstatt in seinem Haus zur Restaurierung solcher Funde ein. Zu diesem Thema fertigt er zwischen 1768-78 eine Serie von 110 größeren Tafel an, die unter dem Titel 'Vasi, Candelabri etc.' erscheinen.
1766 wird Piranesi von Papst Clemens XIII zum Ritter vom Goldenen Sporn ernannt, den Titel 'Cavaliere' trägt er nach der Ausstellung der päpstlichen Urkunde, von nun an signiert er seine Werke meist mit 'Cavalier Piranesi F.'.

Rom: Die späten Jahre, 1770-78
In den sechziger und siebziger Jahren wächst der Kreis seiner Kunden, der Liebhaber und Sammler der Werke Piranesis, in ganz Europa stetig an. Die Reisenden aus Deutschland und England, die im Rahmen ihrer Bildungsaufenthalte in Italien Rom besuchen, gehören ebenso dazu wie z.B. die russische Zarin. Sein Unternehmen florierte, und auch nach dem Tod von Papst Clemens XIII, einem seiner größten Gönner, behielt Piranesi durch das immer größer werdende Interesse seiner ausländischen Kunden volle wirtschaftliche Freiheit.

Vedute di Roma
Ein Schwerpunkt seiner Arbeiten bleibt die Fortsetzung der großformatigen Kupferstichradierungen zu den 'Vedute di Roma', für die er in dieser Zeit etwa 40 weitere Blätter schafft. Neben den oben schon erwähnten zehn Darstellungen zu den Ruinen der Villa Hadriana, deren Vorlagen aus den letzten Jahren er jetzt in Kupfer umsetzt, entstehen einige seiner monumentalsten und eindruckvollsten Ansichten von antiken Denkmälern Roms wie z.B. die Neugestaltungen des Titus- (Hind 98), Konstantin- (Hind 97) und Septimus Severus - Bogens (Hind 99), des Forum Romanum (Hind 100) und des Kolosseums (Hind 126), neu aufgenommen werden Ansichten vom Tempel des Saturn (Hind 109-110), die Bäder des Trajan (Hind 123, 127) und Diocletian (Hind 115, 116, 129). Besonders zu erwähnen aus dieser Zeit sind noch die neuen Ansichten vom Petersplatz (Hind 101, 120), vom Piazza del Quirinale (Hind 103) und Campidoglio (Hind 111) sowie vom Piazza Navona (Hind 108).
G.B. Piranesi stirbt am 9. November 1778. Er findet in der von ihm umgestalteten Kirche S. Maria del Priorato seine letzte Ruhestätte. Das Grabdenkmal, eine lebensgroße Statue, im Auftrag der Witwe Angela Piranesi durch Giuseppe Angelini gefertigt, zeigt den Künstler im antiken Gewand, ausgestattet mit Winkel, Zirkel und Feder, den Zeichen seines Berufsstandes des Architekten und Graphikers. In der Hand hält er einen Plan des Poseidontempels von Paestum. Ein Hinweis auf sein letztes Werk von höchster Aussagekraft, als Beispiel für ein Gesamtwerk, getragen von der leidenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Geschichte antiker und römischer Baukunst.

Rom - Paris: Der Nachlass, 1778-1836
Francesco Piranesi, als ältester Sohn, steht nun, gerade zwanzigjährig, vor der großen Aufgabe, die Werkstatt seines Vaters weiter-zuführen.
Er hatte eine umfassende und sehr gute Ausbildung bekommen, war von Giovanni Volpato und Domenico Cunego mit den Techniken der graphischen Kunst vertraut gemacht worden, bekam Unterricht in Landschaftsmalerei bei den Gebrüdern Hackert und wurde auch auf dem Gebiet der Architektur gut ausgebildet.
In den achtziger und neunziger Jahren gibt er eine Reihe von Tafeln heraus, oft gestützt auf unveröffentlichte Vorlagen seines Vaters. 1792 erscheint ein vollständiger Katalog seiner Verlagsprodukte. Er gliedert das Gesamtwerk in 32 Teile und nummeriert alle Tafeln entsprechend durch.
1788 wird Francesco Piranesi vom schwedischen König Gustav III zum königlichen Agenten für die Schönen Künste in Italien ernannt und 1794 zum schwedischen Konsul in Neapel.
Francesco verstrickt sich - zusammen mit seinem Bruder Pietro - zusehends in ein politisches Engagement, von revolutionären Ideen getragen, und wird durch seine französischen Freunde in die republikanische Bewegung hineingezogen.
Nach vierjährigem Aufenthalt in Neapel wieder in Rom, werden er und sein Bruder überzeugte Jacobiner. Doch schon 1799 müssen die Franzosen - und mit ihnen die beiden Brüder Piranesi mit ihren Angehörigen - vor den englischen und neapolitanischen Truppen aus Rom fliehen. Es gelingt Francesco und Pietro, nach einer abenteuerlichen Flucht, die gesamten Druckplatten ihrer Werkstatt von Rom nach Paris zu bringen.
In Paris richten sie nun eine neue Werkstatt ein, die 'Calcographie des Piranesi frères'. In den Jahren 1800-07 wird "eine sorgfältig gedruckte neue Ausgabe des gesamten graphischen Werks in siebenundzwanzig Bänden veranstaltet" (Wilton-Ely, S. 132).
Francesco findet in Paris hervorragende Drucker und eine lange Tradition in der Herstellung qualitativ hochwertiger Büttenpapiere. Er konnte so auch in Paris den hohen Qualitätsansprüchen gerecht werden, auf deren Einhaltung in den Werkstätten Piranesis immer großer Wert gelegt wurde.
Nach dem Tod von Francesco Piranesi, 1810, übernimmt der Pariser Verlag Firmin-Didot die Kupferplatten des Gesamtwerks. 1839 wird die Sammlung auf Anordnung von Papst Gregor XVI für die Calcografia Camerale, die heutige C. Nazionale, erwoben und kommt damit nach Rom zurück.

Literatur
Brettagno, A. (Hrsg): "Piranesi: Incisioni - Rami - Legature - Architetture", Neri Pozza, Venedig 1978.
Fiacci, L.: "Giovanni Battista Piranesi: The Complete Etchings", Taschen 2000.
Focillon, H.: "Giovanni Battista Piranesi, 1720 - 1778", Paris 1918.
Giesecke, A.: "Giovanni Battista Piranesi", Meister der Graphik, Bd. IV, Leipzig 1911.
Hind, A. "Giovanni Battista Piranesi: A Critical Study with a List of the Published Works", The Holland Press, London, 1922.
Robinson, A.: "The 'Veduti di Roma' of Giovanni Battista Piranesi: Notes towards a revision of Hind's catalogue", Nouvelles de l'estampe, Nr. 4, 1970.
Wilton-Ely, J.: "Giovanni Battista Piranesi: Vision und Werk", Hirmer Verlag, München 1978.

 

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